Reisen 2010

2010 finden folgende politische Reisen statt:

Links Kirgistan

Aktuell nach den Ereignissen von Osch und Djalal-Abad

http://www.laender-analysen.de/zentralasien/pdf/ZentralasienAnalysen31-32.pdf Ethnonationalismus in Kirgistan – Die Ereignisse im Juni 2010. Eine Analyse der Hintergründe der Ereignisse von Osch und Dschalal-Abad von Judith Beyer. Der derzeit beste deutschsprachige Text, der auf drei Seiten die ideologische Situation analysiert. Seite 11 der Zentralasienanalysen vom August 2010.

International Crisis Group: The Pogroms in Kyrgyzstan. Asia Report No. 193. Sehr gute Studie der International Crisis  zu den Massakern von Osch

http://www.kyrgyz-uzbek.org/ Kyrgyz-Uzbek Peace Initiative, founded by Kyrgyzstanis in Washington, D.C. Hier gibt es neben Texten und News auch Tipps für Leute, die z.B. Bekannten Gebühren aufs Handy laden wollen. Hier geht’s zu ihrer Facebook-Gruppe.

ICT4Peace Inventorisation Wiki Sammlung zahlreicher Links zu verschiedensten Aspekten des Konflikts  von Juni 2010, von aktuellen Medienberichten bis zu Sammlungen von Kartenmaterial. Hier geht es um englischsprachige Dokumente.

Medien

ferghana.ru: Ferghana.ru ist eine unabhängige Nachrichtenseite, die alle fünf zentralasitatischen Länder und in Highlights auch Afghanistan und Iran abdeckt. Aus Usbekistan ist die Seite komplett geblockt, und auch andere Länder schalten je nach Lage den Zugriff ab. Fergana.ru ist die beste Quelle, um täglich oder alle paar Tage zu sehen, was in der Region passiert. Die russiche Fassung hat deutlich mehr, aber das Relevanteste wird auf Englisch übersetzt. Die AutorInnen sind lokale JournalistInnen.  

eurasianet.org: Englischsprachige, sehr gute und aktuelle Seite mit Nachrichten und Analysen aus der eurasischen Region.

24.kg: Nachrichtenseite aus Kirgistan, die sehr viele Meldungen aus allen Bereichen bringt. Eine englische Seite mit einer Auswahl von Meldungen gibt es hier: http://eng.24.kg/

Akipress: Nachrichtenagentur aus Kirgistan. Hier findet sich einfach alles, was in Kirgistan passiert. Vorsicht: Am nächsten Tag werden Nachrichten nur noch gegen Gebühr einsehbar. Wer Akipress-Artikel z.B. für wissenschaftliche Forschung braucht, sollte sie sofort kopieren, denn morgen ist es wahrscheinlich schon zu spät. Akipress gibt es auch auf Englisch. Ins Akipress-Universum gehört auch www.ca-news.org.

Delo No. ist eine unabhängige, kritische Wochenzeitung mit analytischen Artikeln auf Russisch. Die Zeitung erschien das erste Mal bereits im März 1991 und hat sich ihre Unabhängigkeit bewahrt.

kabar.kg: Die staatliche Nachrichtenagentur. Es gibt auch eine englische Version, die zumindest besser ist als Google Translate.

Bishkek Press Club (BPC) ist eine Seite mit vielen analytischen Artikeln und Interviews und hat auch viele Streitthemen, bei denen sie z.B. von vier Leuten Artikel zum selben Thema anfordern. Qualitativ sehr gut gemacht, aber ohne englische Sektion.

Institute for War and Peace Reporting: Reporting Central Asia. Das IWPR trainiert seit vielen Jahren JopurnalistInnen aus Zentralasien (und vielen anderen Regionen) und bietet gute journalistische Beiträge. Wenn ferghana.ru die tägliche hochwertige Newszusammenfassung ist, ist IWPR RCA so etwa der wöchentliche. Man kann auch den Newsletter Reporting Central Asia abonnieren.

stan.kg ist ein Informations-Videoportal mit aktuellen Videonachrichten. Es ist als Internetmedium unabhängiger als die Fernsehkanäle und bietet auch kritische Beiträge.

Radio Azattyk ist der kirgisischsprachige Radioservice von Voice of Freedom. Es ist vermutlich der qualitativ beste Journalismus in kirgisischer Sprache und wird von einheimischen JournalistInnen gemacht. Die Seite enthält auch viele Texte. Es gibt auch eine russischsprachige Sektion.

Golos Svobody (Voice of Freedom) hat kritische Artikel von lokalen, guten JournalistInnen. Es gibt auch eine englische Seite, auf der sehr viel weniger los ist.

Белый парус (Belyi Parus, Das Weiße Segel) ist eine alternative Internetzeitung, die zu den wichtigsten Informationsquellen kritischer Leute in Kirgistan zählt.

Open.kg ist ein e Nachrichtenseite mit besonderem Schwerpunkt auf Debattenkultur. Neben aktuellen Berichten ist die Hauptrubrik die Debatte, wo immer vier verschiedene Standpunkte vertreten werden. Die Sprache ist Russisch.

MK Kyrgyzstan, die kirgisische Ausgabe des Moskovskii komsomolec, wurde unter Bakiev ein halbes Jahr an der Registrierung gehindert. Jetzt funktioniert die Zeitung legal, der Chefredakteur Ulugbek Babakulov bleibt aber wie schon unter Bakiev einer der schärfsten und klügsten Kritiker der jeweiligen Regierung.

Transitions Online (TOL) ist eine englischsprachige Nachrichtenseite  mit Berichterstattung über die ex-sozialistischen Länder in Europa, dem Kaukasus und Zentralasien. Die Artikel sind meist gut recherchiert und von kompetenten JournalistInnen.

Human Rights Watch arbeitet sehr aktiv  in Kirgistan. Hier geht es zur Kirgistan-Rubrik auf der internationalen Human Rights Watch-Seite.

Blogosphäre

Neweurasia.net ist ein großes Blog zentralasiatischer und internationaler anspruchsvoller BloggerInnen, die aus und über alle fünf Länder der Region schreiben, sicherlich mit Schwerpunkt auf Kirgistan, aber eben auch mit guten Berichten aus Turkmenistan. Der größte Teil der Texte ist auf Russisch (mehrere am Tag), aber es gibt auch zahlreiche englischsprachige Posts und auch viel Material auf Kirgisisch etc. Auf Neweurasia.net treiben sich auch viele Podcaster herum.

Сказки Небесной Бешбармакии (Märchen aus dem Himmlischen Beschbarmakien) ist ein Blog, das im Märchenstil aus Beschbarmakien berichtet. Literarisch anspruchsvolle Reflexionen auf Gesellschaft und Geschehen in Kirgistan. Man muss sich sehr gut auskennen, um wirklich alles zu verstehen, aber ein Blick lohnt sich für Russischsprachige definitiv (Besch-Barmak ist übrigens ein Nationalgericht in Kirgistan bzw. das Nationalgericht der Kirgisen).

diesel.kg ist das Zentrum des kirgisischen Internets. Diesel gab’s schon immer, und es besteht im wesentlichen aus Foren zu allen Themen, von Politik über Liebe bis zu plastischer Chirurgie. Alles, was es gibt, wird hier diskutiert.

Webcam auf dem Ala-Too-Platz im Zentrum Bischkeks

http://webcam.saimanet.kg/

Wissenschaftliche Texte und Publikationen

Das beste Buch zu Zentralasien ist Adeeb Khalid: Islam after Communism (2007). Dieses Buch enthält so etwas wie eine Geschichte der Gesellschaften Zentralasiens, allerdings mit einem gewissen Schwerpunkt auf die sesshafte Bevölkerung, also das heutige Usbekistan. Dieses sehr gut lesbare und unterhaltsame Buch ist die beste Einführung und Vertiefung für alle, die sich für Zentralasien interessieren. Um Islam geht es, aber er ist eher der rote Faden als das einzige Thema. Die Zeit “after Communism” macht übrigens nur den kleineren Teil des Buchs aus. Das Buch kostet bei Amazon nur etwa 20 Euro.

Die Zeitschrift Osteuropa hat 2007 einen dicken Sammelband “Machtmosaik Zentralasien  herausgegeben, in dem rund 50 der führenden ZentralasienexpertInnen größtenteils aus dem Wissenschaftsbereich in jeweils rund zwanzigseitigen, qualitativ durchweg ausgezeichneten Artikeln alle relevanten Aspekte in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft der Länder Zentralasiens beleuchten. Der Band wurde von der Bundeszentrale für politische Bildung als Band 656 der Schriftenreihe übernommen und kann für 6 Euro hier bestellt werden. Unbedingte Kaufempfehlung.

Die Zentralasienanalysen sind eine Publikation der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde und werden von Beate Eschment herausgegeben.  Hier gibt es monatlich einen etwa zehnseitigen analytischen Artikel und dazu jede Menge Statistik, manchmal Dokumentationen wichtiger Debatten und eine sehr ausführliche Liste der Ereignisse in den fünf Ländern. Es lohnt sich auch ein Blick in ältere Ausgaben.

Die International Crisis Group hat seit vielen Jahren ein Programm zu Zentralasien. In diesem Rahmen werden regelmäßig gute Studien zu verschiedenen Konflikt-Themen erstellt. Hier geht es zur Zentralasien-Startseite. Ein besonderer Tipp ist eine schon etwas ältere Studie zum Thema “Youth in Central Asia: Losing the New Generation”. Obwohl sie bereits aus dem Jahr 2003 stammt, gibt sie einen hervorragenden Überblick über sozioökonomische und gesellschaftliche Probleme, die Jugendliche betreffen. Die Studie kann durchaus als relativ knapper Einstieg und Überblick über die Lebensbedingungen in den Ländern Zentralasiens dienen.

Einzeltexte

Unser eigener Text in der IZ3W: Einleitung zum Zentralasienschwerpunkt der IZ3W 2009 von Tobias Kraudzun, Ellen Nötzel, Yulia und Michael Schulte. Eine knappe und, wie wir finden, gar nicht schlechte Einführung in die Gesellschaften Zentralasiens.

Judith Beyer: Imagining the State in Rural Kyrgyzstan: how perceptions of the state create customary law in the Kyrgyz aksakal courts. Beyer untersucht das Staatsverständnis auf dem Dorf in Kirgistan anhand eines Aksakal-Gerichts, d.h. einem Gericht von Dorfältesten. Ein sehr spannender anthropologischer Text über Staatsverständnis und soziale Praktiken auf dem Land in Kirgistan.

Irene Hilgers:  Transformationsprozess im Norden Kirgistans. Sozio-ökonomischer Wandel am Beispiel eines Dorfes. Eine schöne anthropologische Untersuchung eines Dorfs in einem Tal am Ostrand des Issyk-Kul, die die Entwicklung der Region in vorsowjetischer und sowjetischer Zeit beschreibt und anhand detaillierter Feldforschungsergebnisse die verschiedenen Wirtschaftsbereiche dieses Dorfs darlegt, in dem die allermeisten BewohnerInnen Ackerbau oder Viehzucht betreiben. Eine interessant zu lesende Arbeit von 2002.

Wissens-Ressourcen

Atlas of Kyrgyzstan in den Wikimedia Commons. Hier gibt es jede Menge Karten zu unterschiedlichsten historischen, politischen etc. Dimensionen mit Bezug zu der Gegend, die heute Kirgistan ist.

Diese Linkseite wird laufend erweitert. Wir freuen uns über Hinweise an kirgistan (at) iak-net.de.

Hintergrundtexte

Biographie von Roza Otunbaeva, von Bermet Bukasheva auf ferghana.ru: Знаки судьбы Розы Отунбаевой. Размышления после инаугурации.

Chronik der Massaker von Osch 1990. Ein sehr guter und detaillierter Bericht, der die sozioökonomischen Hintergründe einbezieht. leider nur auf Russisch: Ошская резня 1990 года. Хронология трагедии.

Kirgistan für AnfängerInnen

Fotos und Eindrücke zweier Reisen vor und nach dem Sturz der Regierung Bakiev im April 2010

„Wo liegt denn dieses Kirgistan? Wie heißt die Hauptstadt? Und was um alles in der Welt ist da gerade los?“ – Für die meisten Menschen ist das zentralasiatische Kirgistan ein weißer Fleck auf der Landkarte. Klein, weit weg von Deutschland, ökonomisch relativ unbedeutend und touristisch unerschlossen, dringt es nur in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit, wenn wie Anfang April 2010 der Staatspräsident durch einen blutigen Umsturz vertrieben, über die Bedeutung der geostrategischen Nähe zu Afghanistan sinniert wird oder, wie gegenwärtig, ein erschütterndes Blutbad im Süden des Landes stattfindet. Sehr schnell ist man dann dabei, standardisierte Deutungs-Schablonen anzulegen, nun eben halt mal wieder explodierte „ethnische Pulverfässer“ bestätigt zu sehen und das Konzept des ‚failed states’ aus der Tasche zu ziehen. Dass man damit der realen Situation nur bedingt gerecht wird und eine vorsichtigere und sich auf die realen Gegebenheiten einlassende Annäherung an Kirgistan eher der Erkenntnis dient, soll dieser Abend zeigen.

Marc Schwietring hat das Land zweimal bereist, im September 2009 vor dem Umsturz sowie im Mai 2010, wenige Wochen danach. Er wird ausgiebig Fotos seiner Reisen durch verschiedene Landesteile zeigen und seine Eindrücke schildern.

Dabei muss es zwangsläufig auch um die aktuellen mörderischen Auseinandersetzungen in Süd-Kirgistan gehen. Doch ist dies ist jedoch KEINE Veranstaltung, die für sich in Anspruch nimmt, eine Expertise über die Ursachen und Hintergründe zu liefern, sondern eine erste Annäherung an das Land, die zur Diskussion anregen soll.

Marc Schwietring ist Mitglied des Internationalen Arbeitskreises (IAK) e.V. und bereitete für diesen gerade eine politische Gruppenreise nach Kirgistan im September dieses Jahres vor, als sich die Nachrichten über die massiven Gewalttaten im Süden des Landes verdichteten.

Freitag, 2.7.2010 – 20 Uhr – The Spe©ialgalerie Peppi Guggenheim International Berlin (S.G.P.G.I.B.), Weichselstr. 7, 12043 Berlin http://www.sgpgib.de

IZ3W-Schwerpunkt Zentralasien

Die Zeitschrift IZ3W veröffentlichte im Oktober 2009 ein Heft mit Schwerpunkt Zentralasien. Dieses Heft wurde von Mitgliedern des IAK mit konzipiert. Außerdem haben wir den Einleitungsartikel beigesteuert, in dem wir knapp in die sozialen Zusammenhänge in Zentralasien einführen. Dieser und einige andere Texte sind nun online verfügbar (Heft 314). Das ist sicherlich interessant für alle, die sich aufgrund der Ereignisse in Kirgistan einen schnellen Einstieg in die Region Zentralasien verschaffen möchten.

Kyrgyzstan unrest in pictures

Since June 11, clashes between various groups identifying themselves as Kyrgyz and Uzbek that have been taking place in Osh city and Osh oblast – supposedly instigated by local Kyrgyz mafia leaders that purposely armed young people – continue to bring further victims. It is clear that ‘ethnic’ component has been used as a mere provocation that, unfortunately, lead to tragic results, with about 1000 people hurt in the conflict and thousands seeking refuge in Uzbekistan. The interim government of Kyrgyzstan plea the Russian Federation for military intervention, which in turn, provokes hight extent of criticism among nationalistically-oriented citizens. The situation remains largely unstable.

Some photos from the breaking events in Osh are available on the BBC website:

http://news.bbc.co.uk/2/hi/world/asia_pacific/10291359.stm

Updates zu den Ereignissen in Osch in Südkirgistan

Wir halten Euch ein wenig auf dem Laufenden auf unserer Facebook-Seite “IAK politisch reisen”, die auch ohne Facebook-Profil zugänglich ist. Zudem sei hier auf unsere Linkliste zu Kirgistan verwiesen. Für Russischkundige ist Ferghana.ru derzeit die beste Quelle. Leider erscheinen die englischsprachigen Artikel erst mindestens einen Tag später. Nutzt bei Twitter die Hashtags #freekg und #osh. Dort ist zumindest auch ein bisschen auf Englisch zugänglich. Auch BBC World und Al Jazeera haben oft gutes Material.

Wir trauen mit den Menschen in Kirgistan – denen, die Freunde, Angehöre verloren haben, aber auch mit allen, deren Gesellschaft mit diesem Massaker gerade zerstört wird.

Kirgistan: Kultur & Politik nach der Revolution

Kirgistan – Bischkek, Arslanbob, Issyk-Kul

ca. 1. September bis 16. September 2010

Bischkek. Der Zaun des Sitzes der Regierung Anfang mai. Die Löcher, die beim Umsturz vom 7. April in den Zaun gerissen wurden, sind mit Möbeln gestopft.

Bischkek. Der Zaun des Sitzes der Regierung Anfang Mai. Die Löcher, die beim Umsturz vom 7. April in den Zaun gerissen wurden, sind mit Möbeln gestopft.

Durch den Sturz des kirgisischen Präsidenten Kurmanbek Bakiev infolge von seit Monaten andauernden Protesten der Bevölkerung, Besetzungen von Regierungsgebäuden in mehreren Orten und der Erstürmung des Regierungssitzes durch aufgebrachte BürgerInnen am 7. April dieses Jahres, bei dem durch Schusswaffengebrauch (vor allem von Scharfschützen) mehr als 80 Personen getötet und über 1.000 verletzt wurden, war Kirgistan nach langer Zeit einmal wieder kurz, aber weltweit im Fokus der medialen und politischen Aufmerksamkeit. Das ehemalige „demokratische Musterland“ Zentralasiens war zwischenzeitlich weitgehend in Vergessenheit geraten. Die Frage nach dem „Was ist denn plötzlich da in Fernost los?“ und „Was hat das für Folgen für den Westen?“ dominierte so auch den größeren Teil der Berichterstattung in Europa und den USA. Besonders die Frage nach dem Verbleib oder einer bevorstehenden Kündigung des Vertrages über die US-Luftwaffenbasis Manas durch die neue Regierung unter Roza Otunbaeva beschäftigte Medien und auftretende ExpertInnen. Um die Bedeutung dieses Ereignisses für die kirgisische Bevölkerung kümmerten sich manche KommentatorInnen im Westen gar nicht. Und um die bisherige ziemlich bedenken- und sorglose Kooperation mit und Förderung des zunehmend autoritär und mit massiven Wahlfälschungen regierenden Bakiev durch die EU, USA, (ehemals auch) Russland und internationale Organisationen erst recht nicht.

Auf die Gewalttätigkeit des Umsturzes und anschließende (nächtliche) Plünderungen von Geschäften reagierten etwa deutsche Medien dann eher mit Titeln wie „Kirgistan versinkt im Chaos“ oder „In Bischkek regiert das Chaos“, Politiker gaben sich „sehr besorgt“ und riefen „beiden Seiten dringend zur Mäßigung“ auf. Erst später erfolgten auch Versuche der Analyse für den Sturz Bakievs und der Frage, woher der Unmut in der Bevölkerung stammte sowie daraus folgende Perspektiven Kirgistans. Dabei ging es auch um die Überlebensfähigkeit des Landes, da die Gefahr schwerer ethnischer Konflikte, vor allem im Süden zwischen KirgisInnen und der usbekischen Bevölkerung, aufgezeigt, ja von manchen „ExpertInnen“ geradezu heraufbeschworen wurde und mitunter schon mal Vorschläge für eine ‚sinnvolle’ Verteilung der kirgisischen Oblaste an die Nachbarstaaten nach einem Ende Kirgistans gemacht wurden. Dass diese Gefahr besteht und auch von der Interimsregierung gesehen und mittlerweile angegangen wird, ist unbestreitbar. Gleichzeitig gab es schon früh Demonstrationen und Verlautbarungen im Süden für die Einheit des Landes, und häufiger stecken hinter den gegenwärtig schwelenden Konflikten mafiöse und Familienclan-bezogene Auseinandersetzungen, die z. T. durch AnhängerInnen Bakievs geschürt werden und z. T. auch entlang ethnischer Linien verlaufen. Die Interimsregierung hat sie bisher einzudämmen gewusst und auch weiterhin Parteigründungen rein entlang ethnischer oder religiöser Linien mit Blick auf die Parlamentswahlen verboten.

Die gegenwärtigen Einschätzungen in der Bevölkerung scheinen sich zwischen zukunftsfrohem Optimismus, gerade unter einigen Jüngeren, gut Ausgebildeten, und großer Skepsis und Misstrauen gegenüber der Regierung Otunbaeva (und überhaupt allen PolitikerInnen), gerade aus der Erfahrung der enttäuschten Hoffnungen nach der „Tulpen-Revolution“ 2005 heraus, auszudifferenzieren. Damals war Bakiev durch eine unblutige Revolution an die Macht gekommen und hatte weitreichende Reformen und das Ende der korrupten Herrschaft seines Vorgängers Askar Akaev angekündigt, aber schnell den Kurs Akaevs übernommen und noch verstärkt. Bakiev zurückhaben wollen daher nur ein paar enge Vertraute und von ihm Begünstigte. Die neue Regierung hat mithilfe von freiwilligen Bürgerwehren relativ schnell – in den meisten Landesteilen – für Ordnung und Sicherheit gesorgt, trotz aller immer wieder aufkeimenden Auseinandersetzungen und Konflikte, etwa um Land; von Bakiev privatisierte Betriebe wurde rückverstaatlicht und Abgabenerhöhungen für die Bevölkerung zurückgenommen; eine neue Verfassung, die die Macht des Präsidenten deutlich reduziert und die des Parlaments vergrößert, wird im Juni zur Abstimmung vorgelegt und „demokratische Neuwahlen“ im nächsten Jahr wurden ausgerufen. Andererseits dämpfen Meldungen über Ansätze wiederum auftauchender Vettern- und Günstlingswirtschaft, Streitereien und Machtstreben unter den Regierungsmitgliedern und der Eindruck einer gewissen Hilflosigkeit oder Unwilligkeit manchen gesellschaftlichen Problemen gegenüber bei vielen KirgisInnen die Hoffnung auf eine ganz andere, positiv-demokratische Regierung. Die Plünderungen und wochenlangen Grenzschließungen nach Kasachstan haben gerade Klein-HändlerInnen und Kaufleute (fast) in den Ruin geführt. Zudem brodelt munter die Gerüchteküche und schürt Bakiev aus Belarus mithilfe seines Familienclans Zwietracht. Keine rosige Lage…

Es bleibt abzuwarten, ob der zweite durch eine Revolution erfolgte Regierungswechsel im Land staatliche Instabilität und die Unsicherheit bedeutet, dass dies stets wieder passieren kann, wenn ein/e machtgierige/r PolitikerIn genügend Leute auf seine/ihre Seite zieht – oder ob dies stattdessen für die Regierung Otunbaeva und die nachfolgenden einen „erhobenen Zeigefinger“ darstellt, sich künftig im Regieren stärker an den Willen und das Wohl der Bevölkerung zu halten. Zentrale Frage dabei ist zudem, ob es der neuen Regierung langfristig gelingen wird, Staat und Gesellschaft, die auf allen Ebenen durch extreme Korruption und geringe Rechtsstaatlichkeit und -treue gekennzeichnet sind, in eine neue, funktionalere Richtung zu lenken und ein stärkeres soziales Bewusstsein zu schaffen.

Auf unserer Reise wollen wir mit VertreterInnen von NGOs und sozialen Projekten, möglichst auch mit VertreterInnen der neuen Regierung sowie JournalistInnen, PolitologInnen, WissenschaftlerInnen und diesmal vor allen auch KünstlerInnen und im Kulturbereich aktiven Personen sprechen. Letztere vor allem deswegen, da sie unter Bakiev nur in prekärer Lage arbeiten konnten. Staatliche Förderungen erhielten bisher nur einige wenige und zumeist „HofkünstlerInnen“. Die Kreativen waren meist auf (internationale) Stiftungsgelder oder private Förderer angewiesen. Allein durch diese Situation waren sie schon gezwungen, ihre („die“) gesellschaftliche Situation zu reflektieren. Dass es jenseits der für die Wohnzimmer der TouristInnen und Reichen und traditionell malenden KünstlerInnen eine kleine vitale und vielseitige Kunstszene gibt, die sehr aktiv im Bereich Film und Fotografie, aber auch in der Malerei, Skulptur und anderem tätig ist, dürfte selbst den meisten Kirgistanvertrauten und z. T. Einheimischen nicht bekannt sein.

Einige KünstlerInnen und im Kulturbereich arbeitende sind zudem auch in sozialen Projekten tätig, etwa mit Kindern im Rahmen von Kunstworkshops in einer privaten Galerie (B’Art Center) oder mit Straßenkindern in Theatergruppen als Teil eines Berufsförderprojekts. Diese wollen wir ebenfalls besuchen und uns die Verbindung kreativer und sozialer Ansätze ansehen sowie deren mögliche Bedeutung für eine stärkere Partizipation und Demokratisierung der Gesellschaft „von unten“ diskutieren. Diverse „Kreative“ verfügen zudem über Auslandserfahrungen und Kooperationen mit ausländischen KünstlerInnen, aufgrund derer ein erweiterter Blick auf die kirgisischen Lebensumstände zu erwarten ist. Insgesamt geht es, wie es Yuristanbek Shigaev, Maler und Direktor des Nationalmuseums für bildende Künste in Bishkek, Ende Mai dieses Jahres formulierte, aus dieser Perspektive um „the state of contemporary art in Kyrgyzstan that in times of change reflects distinct trends requiring its own interpretation and comprehension”. Die neue Regierung hat verkündet, die Kulturförderung im Rahmen des Kulturministeriums zu erneuern und auszuweiten. Es bleibt abzuwarten, in welcher Form dies geschieht.

Von unseren GesprächspartnerInnen aus den verschiedensten Bereichen möchten wir erfahren, was sie als die wichtigsten Probleme sehen, die die neue Regierung und die kirgisische Gesellschaft zu bewältigen hat, wie sie die aktuelle Situation einschätzen, warum es zur „zweiten Revolution“ gekommen ist (die im letzten Jahr wohl noch niemand erwartete), wie sich in ihren Augen die Gesellschaft verändert hat und was sie tun, um selbst Veränderungen zu erreichen. Der NGO-Sektor spielt in Kirgistan schon länger eine wichtige Rolle: Er hat in den letzten Jahren unter Bakiev die demokratischen Prozesse im Land zwar immer weniger beeinflusst, übernimmt aber viele Funktionen, die der Staat und seine Sozialsysteme aus Geldmangel nicht erfüllen können. Viele politisch und im sozialen Bereich Aktive hoffen zudem aktuell auf eine Stärkung dieses Sektors. Bei unseren Gesprächen möchten wir versuchen, die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen vor dem Hintergrund der ökonomischen und sozialen Bedingungen zu verstehen. Dabei werden wir viel über die Probleme postsozialistischer Gesellschaften, den Versuch des „nation buildings“ und das Scheitern westlicher Demokratisierungspolitik sowie auch über unser eigenes politisches Denken und Handeln lernen.

Die Auswahl möglicher GesprächspartnerInnen und ihre Spezialisierungen sind groß. Wie wir konkret unser Programm gestalten, werden wir gemeinsam auf einem Vorbereitungsseminar entscheiden, das voraussichtlich im Juli stattfindet.

Trotz aller aktuellen und teilweise seit Jahren virulenten Probleme hat Kirgistan nicht nur viele ausgesprochen interessante GesprächspartnerInnen zu bieten, sondern ist auch ein großartiges Reiseland: Atemberaubende Landschaften im Hochgebirge des Tian-Shan, hervorragendes (jedoch sehr fleischlastiges) Essen oder den grandiosen See Issyk-Kul. Außer dem Straßenverkehr ist das Land sicher für Reisende. Selbstverständlich beobachten wir die politische Lage aufmerksam, haben vertraute PartnerInnen vor Ort und können unsere Reisepläne auch kurzfristig umdisponieren. Unser Programm wird zwar mitunter dicht und anstrengend sein, aber auf jeden Fall ausreichend Zeit bieten, um Stadt und Land zu erkunden. Zudem lässt sich die Reise problemlos verlängern.

Der erste Teil unserer Reise wird in Bischkek und im nahen Umland stattfinden. Anschließend möchten wir mit Euch nach Arslanbob im Süden fahren, wo wir in den wunderschönen Walnusswäldern (vermutlich sogar in der Erntezeit!) privat unterkommen, ausgiebige Wandertouren und Gespräche, etwa über Umweltschutz, die Probleme der Landnutzung, aber auch die Prägung der Region durch die usbekische Minderheit und diesbezügliche Konflikte führen werden. Der Abschluss unserer Reise wird dann am Issyk-Kul-See stattfinden. So sollten wir einen Einblick in sowohl die städtische wie auch ländliche Lebenssituation bekommen.

Das Vorbereitungsteam kennt sich im Land gut aus (ein Teil ist einheimisch und muttersprachlich, der andere hat es zweimal länger bereist).

Besondere Sprachkenntnisse sind nicht unbedingt erforderlich. Grundlegende Englischkenntnisse sind von Vorteil. Russischkenntnisse eröffnen vollständige Selbständigkeit, Türkisch eröffnet einen ersten Zugang zur kirgisischen Sprache. Es wird russisch-deutsch/englisch gedolmetscht.

Teilnahmebeitrag: ca. 800-900 Euro. Im Teilnahmebeitrag sind Vorbereitungstreffen, Visa, Flugkosten, Fahrtkosten im Land und Unterkunft (wir werden wieder eine Wohnung im Stadtzentrum Bischkeks mieten) enthalten.

Für diese Veranstaltung wird bei Bedarf die (sehr wahrscheinliche) Anerkennung als Bildungsurlaub nach dem Berliner Bildungsurlaubsgesetz beantragt.

TeamerInnen: Nazira Alymbaeva und Marc Schwietring

Infos und Anmeldung: kirgistan (ett) iak-net.de


Wir erweitern unsere Linkliste zu Kirgistan und Zentralasien laufend. Ein Blick lohnt sich immer.

Außerdem möchten wir Euch auf unseren Artikel mit zahlreichen Links zu den Ereignissen im April 2010 in Kirgistan hinweisen.

Albanien – Zwischen Balkanromantik und rassistischen Klischees

07. – 21.  September 2010

Die öffentliche Wahrnehmung von Albanien im Westen ist durchzogen von rassistischen Klischees. Kaum ein Land ist so unbekannt und vermutlich gerade deshalb Projektionsfläche für Bilder eines chaotischen und vermeintlich archaischen Landes.

Auf dieser Reise werden wir uns mit den Lebensbedingungen der Bevölkerung 18 Jahre nach Zusammenbruch des kommunistischen Systems beschäftigen. Wir werden uns mit verschiedenen historischen Themen und aktuellen Schwerpunkten auseinandersetzen, wie z. B. der Geschichte des Widerstandes der Partisan_innen, der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation von Roma, der Menschenrechtslage, sowie den herrschenden Geschlechterverhältnissen und der Repression gegen Homosexualität.

Albanien war von 1939-1944 von italienischen und deutschen Truppen besetzt.
Der Widerstand gegen die italienische (seit 1943 deutsche) Besatzung des Landes erfolgte durch miteinander rivalisierende Partisanengruppen. Es gab monarchistische, nationalistisch-republikanische und kommunistische Einheiten. Zur Jahreswende 1943/44 konnte sich jedoch die 1941 gegründete Kommunistische Partei Albaniens gegen die Nationalisten_innen durchzusetzen. Wie in Jugoslawien gelang es den albanischen Partisanen_innen, ihr Land ohne die Hilfe alliierter Truppen zu befreien. Auf dieser Reise werden wir uns mit ehemaligen Partisan_innen in Tirana treffen. Auch in Gjirokastra, einer Stadt im Süden Albaniens, begeben wir uns auf die Spurensuche nach der deutschen Besatzung und des Widerstands dagegen.

Die kommunistische Partei regierte Albanien von 1945 bis 1990. Wir werden versuchen, uns mit Mitgliedern der kommunistischen Partei zu treffen, um in eine kritische Auseinandersetzung über das damalige politische System zu treten.

1990 erfolgte der Sturz des kommunistischen Systems. Der anschließende Transformationsprozess verlief zunächst nur schleppend und brachte keine Verbesserung für die Lebensbedingungen der Bevölkerung. Dies führte zu einer Massenauswanderung, zahlreiche Albaner_innen versuchten, per Schiff über Italien die Grenzen des Westens zu überwinden. Das Thema Migration wird ein weiterer Schwerpunkt auf der Reise sein. Der postkommunistische politische und wirtschaftliche Transformationsprozess scheiterte weitgehend.
Nach Kreditbetrugsfällen erschütterten von 1996 bis 1997 im großen Maßstab Unruhen das Land, der sogenannte Lotterieaufstand. Im März 1997 brachen die staatlichen Strukturen außerhalb der Hauptstadt völlig zusammen und es herrschten bürgerkriegsähnliche Zustände. Unter OSZE-Aufsicht wurden anschließend Wahlen abgehalten. Danach stabilisierte sich die Lage. Immer noch hat Albanien jedoch große ökonomische Probleme und eine hohe Arbeitslosigkeit, und weite Teile der Bevölkerung sind von Armut und Verelendung betroffen. Um mehr über die geschlechtsspezifischen Auswirkungen der Armut zu erfahren, werden wir uns mit der größten Frauen-NGO, der „Women For Equal Rights“ in Tirana, treffen.

Das politische System ist nach wie vor sehr instabil und geprägt durch Klientelwirtschaft und Korruption.
Diese Struktur produziert Ausschlüsse, von denen Roma besonders betroffen sind, daher werden wir uns mit dem Dachverband der Roma treffen. Die Situation von Romafrauen ist besonders problematisch, da sie zum einen als Roma einer speziellen Diskriminierung unterliegen, zum anderen als Frauen innerhalb der Roma-comunity besonders patriarchalen Traditionen ausgesetzt sind. Daher werden wir uns in der Stadt Elbasan mit Romafrauen treffen, die sich in einem eigenen Interessensverband organisiert haben.

Um die aktuelle menschenrechtliche Lage und zivilgesellschaftliche Prozesse kennenzulernen, besuchen wir die Menschenrechtsgruppe „Mjaft“ in Tirana.

Homosexualität ist in Albanien nach wie vor starker Repression  ausgesetzt, wir werden versuchen uns mit Schwul-Lesben-Transgender-Aktivist_innen zu treffen.
Teamerin: Susanne

Der Teilnahmebeitrag wird ca. 500 bis 650 Euro betragen (abhängig von der Förderung).

Diese Reise ist offen für alle.

Für diese Veranstaltung wird die (sehr wahrscheinliche) Anerkennung als Bildungsurlaub nach dem Berliner Bildungsurlaubsgesetz beantragt.

Infos und Anmeldung: albanien (ett) iak-net.de

Foto von http://www.flickr.com/photos/zkorb/

Migration an der Südgrenze Mexikos (30.05.2010)

IAK-Treffen am 30.05.2010 mit Vortrag von Kathrin Zeiske

Mit einem kleinen Rucksack und ein paar angesparten Dollarscheinen machen sich in Zentralamerika täglich Männer, Frauen und Kinder auf den Weg in die USA. Wie entbehrungsreich und gefährlich die Tausende Kilometer lange Wegstrecke durch Mexiko ist, wird den meisten erst bewusst, wenn sie die Südgrenze des Landes überqueren.

Die mexikanischen Bundesstaaten Chiapas und Oaxaca wurden im letzten Jahrzehnt mit US-Geldern stetig zu einer Kontrollzone gegen die Migrationbewegung Richtung Norden ausgebaut. Das Grenzregime hat sich so viele Tausend Kilometer nach Süden ausgeweitet. In der Grenzstadt Tapachula wurde im Jahre 2005 das grösste Abschiebegefängnis Lateinamerikas gebaut.

Migrant/innen sind ohne Papiere gezwungen, zu Fuss und auf den Dächern der Güterzügen durch das mexikanische Territorium zu reisen. Ihre Rechtlosigkeit machen sich korrupte Beamte, lokale Banden und große Drogenkartelle zu Nutzen, die sie alltäglich erpressen, ausrauben und entführen, ohne eine Strafe fürchten zu müssen.

In der Lokalbevölkerung gelten Migrant/innen jedoch aufgrund rassistischer Vorurteile und einer Stigmatisierung von Armut allgemein selbst als Kriminelle. Für die wenigen in der Region vertretenen Migrantenherbergen, die Schutzräume für die Menschen auf dem Weg nach Norden bieten, erschwert dies erheblich eine solidarische Menschenrechtsarbeit.

Doch die Grenzregion ist auch Ziel und Ausgangspunkt von Migration. Viele Mexikaner/innen verlassen die landwirtschaftlich geprägte Gegend, um ebenfalls in den USA zu arbeiten. Gleichzeitig kommen guatemaltekische Dorfgemeinschaften geschlossen nach Chiapas, um unter feudalen Bedingungen in der Ernte auf den (deutschen) Kaffeeplantagen zu arbeiten. Viele Frauen und Mädchen aus Guatemala arbeiten in Tapachula im Haushalt; Frauen aus der gesamten zentralamerikanischen Region in den ausgedehnten Rotlichtzonen.

Weitere Themen:

  • Vorbereitung der Reisen 2010
  • Brainstorming für 2011

Das Treffen findet statt am Sonntag, dem 30.05.2010 von ca. 14.00 Uhr bis ca. 17.30 Uhr in den Räumen der Amadeu-Antonio-Stiftung, Linienstr. 139, Berlin-Mitte. Gäste sind herzlich willkommen, eine kurze Mail vorher an iak@politisch-reisen.org wäre aber sehr nett.

Links Namibia [mehr...]

The Labour Resource and Research Institute in Windhoek was formed in 1998 to provide services to the Namibian labour movement in terms of research, education and information. The topics covered include affirmative action, gender issues in trade unions, globalisation, economics for trade unions, collective bargaining, export processing zones, structural adjustment programmes etc.

Sister Namibia, a feminist women’s rights organisation based in Windhoek, was founded in 1989 on the eve of national independence to give women a voice in the building of a democratic post-colonial society. It engages in the fields of media, education, research, advocacy and cultural activity in order to promote women’s human rights and full equality.

The Basic Income Grant Campaign (BIG) aims at achieving the introduction of a Basic Income Grant in Namibia. It is to date the biggest Civil Society Project united in fighting poverty and works towards economic empowerment in Namibia.
Under the following link you can listen to a German Radio programme about the Basic Income Grant initiative.
More articles, films and interviews with Herbert Jauch, an active trade unionist and supporter of BIG are to be found here (in German).

Blog on the topic of African agriculture, with a special focus on Namibia.

The main objective of the Legal Assistance Centre is to protect the human rights of all Namibians. It is the only organisation of its kind in Namibia. It’s work focuses on HIV/Aids, Gender Equality, Human Rights, Land, Environment and Development.

A collection of Namibian movies is available on the website of AfricAvenir (pdf download). It introduces films made by Namibian filmmakers and foreign films with relevance to the Namibian film landscape.

Trouble in Paradise ist eine tourismuskritische Website des Informationszentrum 3. Welt. Zu Namibia befinden sich unter den Länderinfos ein Artikel von Susanne Kuß zu den Folgen der deutschen Kolonialherrschaft und ein Interview mit Henning Melber zum Thema Landreform.

Die Datenbank Archiv³ ist eine gemeinsame Fundstellendatenbank verschiedener linker Archive und Dokumentationszentren für Materialien aus dem internationalistischen und entwicklungspolitischen Bereich.

Die Informationsstelle südliches Afrika e.V. stellt auf ihrer Website in dem Bereich Länderinfos einführende Informationen zur Geschichte und Wirtschaft Namibias zur Verfügung.

Die Kampagne Star of Apartheid thematisiert die Unterstützung des südafrikanischen Apartheid-Regimes durch den deutschen Konzern Daimler. Zurzeit läuft wegen dieser Unterstützung in New York eine Klage gegen Daimler, ein Erfolg könnte dazu führen, dass Unternehmen in Zukunft wegen Verletzung von Menschenrechten und Zusammenarbeit mit menschenrechtsverletzenden Staaten rechtlich verfolgt werden können. Kläger gegen Daimler ist die Organisation Khulumani Support Group, ein Zusammenschluss von Opfern der Apartheid. Ein guter Radiobericht “Daimler unterstützte Apartheid” von Radio Dreyeckland über die Hintergründe der Kampagne ist hier zu hören.